Italien

San Marco

Do und Don´t in Venedig mit Kindern

  Was sich unbedigt lohnt in Venedig Bootfahren auf allen Linien am Lido wohnen eine Wohnung mieten, anstelle eines Hotels sich in Cannaregio treiben lassen, „umherirren“ und dort im Vino Vero einen Mittagswein trinken Bienale besuchen Campanile besteigen Weinprobe in einer Weinbar machen Perlenmacher besuchen in Cannaregio Peggy Guggenheim Stiftung entlang der Strecke Salute-Zattere einen Gondelbauer besuchen in Dorsoduro auf…

Venedig mit Kind Teil 2

Eine Woche low budget Venedig mit Kind – geht das überhaupt? Ja, wenn man sich die überflüssigen Sehenswürdigkeiten schenkt und sich auf das italienische Leben vor Ort einläßt. Am Markt einkaufen, selber kochen, eine Wochenkarte für das Vaporetto nehmen, und am Abend das dolce farniente mit den Einheimischen bei einem Gläschen Wein geniessen. Hier unser Bericht:

Wohnung

Wer jeden Tag an den Strand möchte, ist mit einer Wohnung am Lido di Venezia auf der richtigen Seite. Wir wohnten 5 Busstationen von der Anlegestelle Santa Maria Elisabetta entfernt in der kleinen Seitenstrasse Calle Leonardo Loredan. Nur wenige Schritte entfernt zum Meer, perfekt um den Tag mit einem erfrischenden Sprung ins Wasser zu beginnen, Strandburgen zu bauen oder Muscheln zu suchen. Wer die „kühleren“ Vormittagstunden nutzt und genügend Sonnencreme eingepackt hat, kann auf einen Sonnenschirm und ein Badehäuschen verzichten. Zur heißen Mittagszeit ist man ohnehin drinnen und geniesst die Siesta. Direkt an der Kreuzung Calle Sandro Gallo/Leonardo Loredan befindet sich eine Osteria, in der sowohl Mittags, als auch am Abend ausschließlich Einheimische saßen, zu recht – die beste Empfehlung für ein gutes Lokal vor Ort.

 

Nach der Siesta ist es dann Zeit für einen Ausflug nach Venedig, was auf mindestens 4 verschiedenen Routen möglich ist, wir sind jeden Tag eine andere Strecke gefahren, und Kinder sind ja grundsätzlich leicht fürs Bootfahren zu begeistern. Die kürzeste Fahrtzeit zur Piazza San Marco beträgt 10 min mit der Linie 2, auf den anderen Strecken dauert es länger, dafür entdeckt man Orte, die in keinem Reiseführer stehen. Tipp: Einfach mal mittendrin an der nächsten Vaporetto Station aussteigen und erkunden, was es in dem Viertel zu entdecken gibt. Plötzlich findet man den kleinen Bäckerladen, die nette Espressobar oder den Metzger, der gerade mit den Nachbarn plaudert. Oder den Gondelbauer, oder Perlenmacher, die nichts dagegen haben, einem neugierigen Kind ihre Kunst zu erklären. Je nach Interessenlage finden Kinder es auch immer spannend Menschen bei ihren Alltagsbeschäftigungen zuzuschauen.

Perlenmacher

Do and Don´t in venedig

 

Oft angepriesen, aber absolut nicht lohnenswert für Kinder ist ein Besuch der Inseln Murano und Burano. Zwar könnte der Besuch einer Glasbläserei interessant sein, doch bei den geführten Touren ist weniger zu sehen als im Deutschen Museum in der Glasbläserabteilung und man hat das Gefühl auf einer Verkaufsveranstaltung zu sein. Burano ist ein hübsches Dörfchen, das nachdem das Boot dort angelegt hat kurz von einer Horde Touristen überfallen wird, die mit der Kamera in der Hand bunte Häuschen und andere Touristen davor fotografieren. Der Besuch ist nur gerechtfertigt durch die lange Fahrt mit dem Boot dorthin, wer also einen halben Tag bootfahren möchte und anschliessend in Venedig den Abend geniessen will hat einen guten Programmpunkt.

Burano

Für gemütliches dahinschlendern ist besonders das Viertel Cannaregio geeignet, am abend sind viele Studenten unterwegs, die Stimmung ist ungezwungen und Kinder sind überall gern gesehen. Wer nur einen Wein trinken möchte, findet viele Weinbars, leicht zu erkennen dadurch, dass davor eine Menge gut gelaunter Menschen mit Gläsern in der Hand stehen und sich angeregt unterhalten. Für Kinder empfiehlt sich ein Lemonsoda.

Vino Vero

Ein Picknick in den Giardini ist ebenfalls ein schöner Zeitvertreib, auch wenn gerade keine Bienalezeit sein sollte. Kinder lassen sich leicht für Kunst begeistern, vorrausgesetzt man interessiert sich selbst. Wenn nicht, siehe meinen Artikel „7 Dinge, die Du über Kunst wissen mußt“ oder man nimmt ein Soft Boccia Spiel mit und zieht sich in den ruhigen Teil der Giardini zurück, wo es genügend Auslauf und Ruhezonen gibt.

Am Wochenende werden die gigantischen Kreuzfahrtschiffe mit dem Schlepper in die Lagune gezogen, wo dann direkt aus der ersten Reihe 3000 Menschen ein Foto vom Markusplatz machen, bevor das Schiff sie wie ein Heuschreckenschwarm ausspuckt. Das finden nicht alle Venezianer gut. Zeit in ein anderes Viertel zu wechseln und sich dort einfach treiben zu lassen.

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Besonders schön ist das in Cannaregio oder Dorsoduro, Vaporetto Stationen……..folgen

 

bienale

7 Dinge, die Du über Kunst wissen mußt

  „Wie gut, Mum, dass wir heute auch noch eine Eintrittskarte haben!“ 1. Kunst macht Spaß, wenn man Fragen stellen kann. Fragen, die das Kunstding persönlich machen: was fühlst, wenn du es siehst? Woran denkst du? 2. Kunst macht Spaß, wenn man sie anfassen kann. Große Installationen, wie zum Beispiel die von Ursula von Rydingsvard, kann man begreifen durch Berührung.…

Im gelobten Land

im gelobten Land

Ja, nur hinter Gittern gibt es hier das gelobte Land, der israelische Pavillion thematisiert Politisches. Überhaupt gibt es viele Installationen, die sich mit Gewalt, Krieg und Zerstörung auseinandersetzen. Manches läßt mich kalt, wie die nüchterne israelische Bestandsaufnahme hier. Blues, Blood and…allerdings empfängt martialisch mit schwarzem Leder und läßt das Grauen auf bestickten Deckchen daherkommen. The End.

Gaza

Vieles macht auch einfach Spaß, wie der spanische Pavillion gleich am Eingang der Giardini, der mich mit seiner Installation so sehr an Beuys Erdtelefon erinnert.

gelobtes land 2

 

56. Bienale in Venedig

Kunst! Kunst! Kunst! Ein Garten voller Kunst. Doch der Giardino dell Eden ist ein künstliches Paradies voller Täuschungen, ein Plastikparadies. Ich weiß nicht ob das die Aussage der Künstlerin dieser Installation ist, dies ist nicht das paradies, von dem ich träume. Doch zum Glück gibt es auch andere, echte, gehaltvolle Kunst. Wie zum Beispiel den schamanischen Pavillion Australiens, den Fiona…

Der Lido di Venezia

 

Will man nicht nur Kultur und Nachtleben in Venedig geniessen, sondern auch Strandurlaub machen, ist eine Wohnung am Lido eine gute Wahl. Mit dem Vaporetto dauert die Fahrt vom Markusplatz nur 15 min und die Route könnte nicht schöner sein! Direkt an der Anlegestelle Lido Santa maria Elisabetta gibt es eine Einkaufsstrasse, Cafes´,  Supermarkt – eben alles was für Selbstversorger hier nötig ist. Dazu gehört auch das unschlagbar gute Gelato etwa 50m die Strasse entlang hier (Foto folgt!) Nach 5 Stationen mit dem Bus (ja auf dem Lido gibt es Strassen, man kann auch mit dem eigenen Auto mit der Fähre übersetzen) sind wir in der Calle Leonardo Lauredan, die direkt zum Meer führt. Überraschung in der Wohnung: kleine Begrüßung.

 

Begrüßungsdrink

Fünf Schritte von Strand entfernt, eine perfekte Lage genau zwischen privatem (Hotel)Strand und öffentlichem Bereich. Natürlich ist das nicht Sizilien hier, das Wasser nicht so klar, der Sand nicht so fein…Aber gibt es etwas schöneres, als nach einem langen Bienale Tag am Strand zu chillen? Vielleicht höchstens dort Fußball zu spielen, oder eine Sandburg zu graben, oder Muscheln zu suchen. Von denen gibt es hier unendlich viele, ebenso wie interessante Treibholzstücke, die wir zu Hause dann in Kunst umwandeln.

 

Weg zum Lido

Lido

 

Lido di venezia

Nicht weit von unserem Zugang zum Strand befindet sich das berühmteste Hotel des Lido. Im Mai sind keine Filmfestspiele, die Chance George Clooney hier zu treffen sind gering, dafür haben wir den Platz fast für uns allein.

Lido Hotel

 

Wenn man in Venedig wohnt und nur für einen Tag Strandurlaub geniessen will, lohnt es sich ein Badehaus zu mieten. Die Mittagshitze im Schatten verdösen, für einen kühlen Drink zur Bar herüberschlendern. Unser Badehaus ist ein kleiner Steg, von unbekannter Hand mit Treibholz gebaut, der Drink ist nicht mehr kühl, dafür die Ausicht umso schöner.

 

Badehaus

 

 

 

 

Venedig mit Kinderaugen

 

 

Venedig Boot

 

Ganz andere Dinge spielen eine Rolle, wenn man Venedig mit den Augen eines Kindes betrachtet. Natürlich aus Sicht dieses Kindes: Was spielt sich im Hintergrund ab? Wie wird eigentlich der Müll abtransportiert? Wer fährt mit den tollen, großen Yachten? Wie kommen die Erde und der Beton für die Bahngleise auf die Insel?

 

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