Gefahr am Loch Shin

 

Sango Sands

 

Am nordwestlichsten Zipfel, am schönsten Campingplatz Schottlands Sango Sands in Durness, finden wir einen Platz für unser Gespann hoch auf den Klippen mit unverstelltem Blick über die Bucht.Die Fahrt auf der A 838 hierher beschert uns allerdings nicht nur das Erlebnis einsam in fast unberührter Natur unterwegs zu sein, sondern auch einen Unfall direkt am Loch Shin. An einer der passing places, die alle hundert Meter ermöglich den Gegenverkehr durch zu lassen, stoppe ich zu spät um dem entgegen kommenden Transporter Platz zu machen. Also setze ich zurück, zuerst begleitet von einem Hupkonzert hinter mir, dann von einem dumpfen Knall. Ich bremse abrupt ab, als schon ein wütender Motorradfahrer an meine Windschutzscheibe klopft. OMG, what have I done? Hinten liegt unter meinem Wohnwagen sein Motorrad, das ich beim zurücksetzen voll gerammt habe. Shit. Zum Glück ist niemand verletzt und der junge Fahrer nicht mehr aufgebracht, nachdem er gesehen hat mit wem er es hier zu tun hat. Ich fahre ein Stück vor, damit er das bike wieder aufstellen kann, und dann das Wunder: bis auf den abgerissenen Plastikschutz am Vorderreifen und ein paar Schrammen am Seitenkoffer ist scheinbar nichts kaputt.

Unfall am Loch Sinn

Wir tauschen Telefonnummer und Adresse. Ich hätte mir einen schöneren Anlass dafür gewünscht. Was sollte das nun wieder bedeuten? Fahr nicht zurück? Oder blick zurück, bevor du nach vorn schaust? Auf jeden Fall Obacht! Die nächsten Kilometer bin ich angespannt, dabei ist doch beim vorwärtsfairen gar nichts passiert. Als wir endlich in Durness ankommen, diesem nur 400 Einwohner zählenden Flecken an der Nordküste, stoppe ich zuerst an der berühmten Highland Chocolatery, dann am Campingplatz und dann geht es direkt hinunter zum Strand. 3600 km entfernt von zuhause liege ich im Sand und denke an: Nichts. Himmel, Meer, Klippen. Wind. Möwen. Mehr brauche ich heute nicht. Erkenntnis des Tages: Nicht nur nach vorn schauen, auch zurück.

 

 

 

 

 

 

 

  2 comments for “Gefahr am Loch Shin

  1. Monika
    19. August 2016 at 19:11

    Das klingt ja schon mal sehr abenteuerlich! Gottseidank nichts schlimmeres passiert.

  2. Ute
    20. August 2016 at 9:13

    Welch ein Aadrenalin Schub ! Schön,das du danach entspannen konntest.Euch noch eine unfallfreie Zeit !

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