Isle of Skye

Über die Bridge of Skye gelangen wir auf die Insel, die uns wolkenverhangen, neblig und regnerisch empfängt. Es geht weiter auf der Route nach Norden bis zu unserem Base Camp, Sligachan Camping, dem Platz von wo aus die Wanderer ins Gebirge starten. An der Spitze eines Loch, am Fuß der Cuillins Hills hinter denen die Wolkenarmee wartet. Der kauzige, wortkarge Platzwart murmelt nur den Preis für eine Übernachtung, es soll mir recht sein. Ich bin erschöpft nach 6 Stunden Fahrt bergauf, bergab von Ullapool hierher und froh mich endlich lang auf unserem gemütlichen Bett im Wohnwagen ausstrecken zu können. Ein Hoch auf den Spiesserwohnwagen!

Der nächste Tag bringt strahlenden Sonnenschein, eine atemberaubende Aussicht auf die Berge und eine neue Beschäftigung: wandern. Wir fahren in den äußersten Norden der Insel, vorbei an Dunvegan Castle dem Sitz der ehemaligen Piratenfamilie der Macleods, zur Steilküste der Halbinsel Trotternish. Wir erklimmen dort den Old Man of Storr, eine durchaus anspruchsvolle Tour und lassen die Turnschuh Touristen weit unter uns, als wir uns daran machen auch die letzten Meter dieses 50 Meter aufragenden Basaltmonolithen zu bezwingen. Die Aussicht ist weit, Föhn Wetter würde der Bayer sagen, überhaupt erinnert mich die Insel immer wieder an unsere idyllische Heimat. Berge, Seen und blauer Himmel, es sieht sehr vertraut aus. Auf der Strasse weiter Richtung Norden finden wir noch die Abzweigung zu den Dinosaurier Spuren (link zum Foto), leider nur knapp bevor zwei Busse mit japanischen Touristen ihre Ladung ausspucken. Wir verlassen schnell den Ort, werfen dem jungen dudelsackspielenden Kiltträger noch ein Münze in den Koffer und beschliessen den Tag in Portree, im einzigen Internet Café mit Kakao und Prosecco. Portree ist Hauptstadt der Insel mit touristischer Infrastruktur, also Supermarkt, Gift Shops, Restaurants, Pubs und eben dem Emerald Café.

Kilbride

Am zweiten Tag geschieht das heiß ersehnte, als wir von der Strasse Richtung Elgol im Süden abbiegen. Der Wegweiser zeigt uns eine Sackgasse an, und ich will es noch einmal wissen. Diesmal erwartet uns eine traumverlorene Bucht mit absoluter Stille, ein paar Kühe grasen friedlich am Strand vor der Bergkulisse. Ein bayrisches Paradies? Nein, der Südzipfel der Bucht von Loch Slapin. Wir bleiben. Das Kind baut sich aus herumliegenden Fundstücken und einer Sicherheitsnadel aus der Notfallapotheke eine Angel, der Hund gräbt Löcher ins Wasser und springt imaginären Kaninchen hinterher. Ich liege auf einem großen Stein, lasse meinen Blick über die Bucht gleiten. schaue der Seemöwe hinterher, die Manöver übt. Ein großer Frieden liegt über diesem Ort, leicht wie eine Brise, ohne Anstrengung. Ein Platz an dem man EINFACH SEIN kann. In der Ferne, an der Spitze des Loch steht ein weißes Haus. Wie kitschig schön. Das Haus am See, der alte Traum. Irgendwann später fahren wir noch weiter, bis an den südlichsten Zipfel der Insel und geniessen den Blick über den kleinen Hafen von Elgol, noch ein Ende der Strasse, diesmal Coffebar. Vor hier aus starten Bootstouren zu den Seehundsbänken von Loch Skvaig und den schwarzen Basaltfelsen von Cuillins. Wir aber erklimmen die Felsen vor Ort, lassen uns die Gischt um die Füße spülen und erwarten den Sonnenuntergang.

Fazit: Ja, die Isle of Skye wird zu Recht von vielen Menschen besucht, es lohnt sich besonders wenn man weite Wege durch das satte grüne, gebirgige Hochland gehen und sich anschliessend mit einem Bad im Meer erfrischen will. WiFi gibt es fast nirgends, das Emerald Café in Portree hat für eine Stunde freies Wlan und dazu leckeres einfaches Essen. 3 Drops, weil man leider nur drinnen sitzen kann.

Wir vergeben 4 Drops für den Aufstieg zum Old Man of Storr und die damit verbundene Wanderung, auch wenn es viele andere gibt, die das tun wollen. Und natürlich für die Bucht von Loch Slapin. Nicht die Abzweigung verpassen!

Bei Elgol

 

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