Oh Mull of Mull

Das kleine Eiland an der Westküste auf der Höhe von Oban gibt einen ersten Eindruck in die Welt der inneren Hebriden. Ohne Tourismus wäre die Insel wahrscheinlich unbewohnt, es gibt eine Handvoll  kleinerer Dörfer mit Cafés, Restaurants und B&Bs und die Tobermory Whiskey Destillerie, doch hautsächlich finden wir: Natur. Sattes tropisches Grün, nur die Temperaturen passen nicht recht dazu. Die dicken Regenwolken hängen noch tropfend über den Strassen, die Pfützen sind tief und die Wasserfälle, die überall aus kleinen Rinnsalen auf Grund der starken Regenfälle entstanden sind, rauschen fast aggressiv in die Tiefe. Wild wird auch unsere Fahrt auf den Strassen, die bei uns bestenfalls als Feldwege durchgehen würden und jede Menge natürlicher Hubbels – Bodenwellen- aufweisen. Nachdem wir zum Muschel suchen an einer kleinen Bucht waren, und jetzt auf der Suche nach einer heißen Tasse Tee durch die Gegend fahren, überholt uns nach einiger Zeit ein Auto. Royal Mail steht hinten drauf und der Fahrer muss Hermes, der Götterbote mit den geflügelten Schuhen, persönlich sein, er zieht an uns vorbei und beschleunigt zügig, fast ist er schon ausser Sichtweite. Was, hier auf diesen Strassen, mit diesem Tempo? Mein Ehrgeiz ist angestachelt und ich hefte mich an seine Fersen. Eine wilde Verfolgungsfahrt beginnt, Paul jauchzt vor Vergnügen, vom Hund hinten bekomme ich nichts mit, weil ich mich mehr nach vorne auf Haarnadelkurven und Hubbles konzentrieren muss. Er ist schnell, kennt sein Revier und es macht verdammt viel Spaß hinter ihm her zu sein. Wie von Zauberhand sind keine Schafe auf der Strasse. Vor den Kurven hole ich ihn ein, doch es gelingt ihm mich bis zur nächsten wieder abzuhängen, überholen könnte ich hier nicht, aber darum geht es auch nicht. Irgendwann hält er abrupt an, ich steige in die Bremsen und fahre neben ihn. Aus dem Fenster grinst mich ein sehniger, älterer Herr mit grauem drei Tage Bart an. Es scheint ihm genauso viel Spaß gemacht zu haben wie uns. Ich frage ihn nach der Abzweigung zum nächsten Ort, dann trennen sich unsere Wege. Gut, dass der Wohnwagen diesmal auf dem Campingplatz blieb!


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